Serviettenringe


Werden in eurem Haushalt Serviettenringe benutzt? Ich fürchte, es ist heutzutage schon etwas besonderes, wenn überhaupt Stoffservietten verwendet werden.

Früher lagen bei meiner Oma selbst an Wochenenden, an denen kein Besuch zum Essen kam, Stoffservietten neben den Tellern. Und sie wurden hübsch eingerollt und in einen Serviettenring gesteckt.

Zwei von ihnen möchte ich euch heute zeigen. Der untere ist durch seine ungewöhnliche Form sehr interessant anzusehen. Der obere hingegen wurde mit einem umlaufenden Motiv verziert.

Und schließlich das Monogramm meines Urgroßvaters.01

 

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Schönes Besteck


Hatte man früher mehr Zeit? Manchmal erscheint es mir so. Für alle wichtigen Dinge im Leben war mehr Zeit übrig als heute und trotzdem hat man eigentlich immer alles geschafft. Vielleicht erscheinen uns heute viele Dinge wichtig, die eigentlich banal und unnötig sind. Unsere Gier nach unmittelbar verfügbarer Information führt letzten Endes dazu, daß man sich kaum noch Zeit für interessante Dinge nimmt und sich stattdessen mit öden Medienfetzen bombardieren lässt.

Viel Zeit sollte man sich auf jeden Fall für die Mahlzeiten nehmen. Wird heute schnell etwas zusammengekochtes eingeschaufelt, während man auf den Fernseher oder das Smartphone schaut, wäre es doch um so vieles schöner, sein Gegenüber und Tischnachbarn stattdessen anzusehen und miteinander zu reden.

Für ein ordentliches Essen ist es allerdings auch notwendig, den Tisch aufwändig und ordentlich zu decken. Bei meiner Oma und den vorhergegangenen Generationen gab es dafür jede Menge Besteck und Geschirr und alles war mit handwerklichem Geschick hergestellt. Für alle Gelegenheiten gab es spezielle Messer, Gabeln, Löffel usw. von denen heute leider nicht mehr viel übrig ist.

Es gab Fischmesser, Buttermesser, Käsemesser, Obstmesser, Brotmesser und und und.

Während ich mir bei diesem Messer ziemlich sicher bin, daß es ein Buttermesser ist:

 

bin ich mir hier nicht mehr so sicher.


Das obere und das untere wahrscheinlich. Das dritte vielleicht, eventuell ist es aber auch ein Messer für weichen Käse, wie Brie oder Camembert. Die meisten Rätsel gibt mir Nummer Zwei auf. Es sieht aus, wie ein Streichmesser, mit dem man Quark oder Frischkäse aus dem Napf auf’s Brot schmieren könnte. Es könnte aber auch ein Roquefort-Messer sein.

Leichter fällt es mir da, euch die Obstmesser vorzustellen:

Ursprünglich waren sie zu sechst und in einem schönen Halter aufgestellt. Von diesen Haltern habe ich irgendwo noch zwei. Sobald sie auftauchen, zeige ich sie euch.

Nach dem Obst wird Gebäck gereicht. Dazu benutzen wir die Gebäckzange:

Ein sehr schönes Teil, wie ich finde.

Sollte es statt Gebäck ein Stück Torte sein, musste der Tortenheber her:

 

Das meiste Besteck war damals aus Silber. Irgendwann kam dann Alpacca, das sogenannte Neusilber dazu. Es sieht fast so gut aus wie Silber, ist viel haltbarer, leichter herzustellen und läuft nicht an. Wer einmal Silberbesteck putzen musste, weiß das zu schätzen. Hier müsste das Silberputztuch noch einmal ans Werk.

 

Schöne Stücke aus Alpacca stehen denen aus Silber im Preis übrigens nichts nach.

Zum Schluß kommt noch ein Tässchen Kaffee oder Mokka, am liebsten mit etwas Zucker gesüßt. Den Zucker nehmen wir uns selbstverständlich nicht mit dem Kaffeelöffel, sondern wir benutzen einen Zuckerlöffel

 

oder, sofern Würfelzucker bereitsteht, greifen wir uns ein Stückchen mittels der Zuckerzange.

 

Nun wisst ihr wieder ein wenig mehr davon, wie man sich bei Tische beträgt. Wenn ihr mal an eine feierliche Tafel geladen seid, denkt auch immer daran, zuerst das am weitesten außen liegende Besteck zu benutzen, das Messer nicht abzulecken, benutztes Besteck nicht für den nächsten Gang aufzuheben und solch eine Mahlzeit nicht zur Sättigung zu nutzen.

Blattsilber


Teil 2 dieser Themenwoche mit dem Thema „Zettelkram“ zwischen den Seiten des Geschäftsbuches des Arnstädter Goldschmieds Adolph Tresselt soll heute ein relativ unspektakuläres Blättchen Silber sein.

 

Es kam mir bei der Sichtung des Geschäftsbuches entgegengeflattert und ich wollte es eigentlich schon wegwerfen, da ich es für Reste von Einwickelpapier hielt.

Blattsilber ist nichts weiter, als plattgewalztes Silber. Es wurde verwendet, um Metallwaren nachträglich zu versilbern. Allerdings dürfte die Verwendung von Blattsilber nur für Gegenstände praktikabel gewesen sein, die keiner großen Belastung ausgesetzt waren, also Bilderrahmen, Lampen, Statuen etc. Für Gebrauchsgegenstände wie Besteck dürfte Blattsilber nicht haltbar genug gewesen sein.

Ob es sich beim oben gezeigten Blatt tatsächlich um Blattsilber oder um die preiswerteren Alternativen Blattstanniol oder eine Zinn-Zink-Legierung handelt, kann man übrigens recht einfach feststellen, indem man das Metall der Luft aussetzt und gegebenenfalls etwas an der Oberfläche schabt. Unter Einwirkung von Sauerstoff färbt sich das Silber dann schwarz. Um dies zu vermeiden wurde Blattsilber früher mit einer hauchdünnen Wachsschicht überzogen.

Ich habe das nicht gemacht. Stattdessen habe ich die beiden Pergaminblätter wieder an ihren Platz gerückt und das Blatt an seinen alten Wohnort im Buch gelegt. Die Materialprüfung kann dann in 100 Jahren jemand anderes übernehmen.

Scheidemünzen 1848, 1858


Nach langer Pause gibt es heute mal wieder Geld.

Ich habe ein paar winzig kleine Münzen gefunden, die es mir wert sind, sie euch vorzustellen.

Scheidemünzen – was ist das eigentlich? Mit dem Begriff hat sich wahrscheinlich kaum einer meiner Besucher jemals befasst, vielleicht hat mancher das Wort schon einmal gehört, aber mehr auch nicht.

Eine Scheidemünze ist, kurz zusammengefasst, eine Münze, deren Metallwert geringer ist, als ihr geprägter Wert. Bestand früher beispielsweise eine Münze aus soviel Gold, wie man für einen Thaler kaufen konnte, und war ihr geprägter Wert 1 Thaler, dann war alles in Ordnung. Man hatte den exakten Gegenwert in der Hand und eine Ware, die dieser Menge Goldes entsprach, war durch die Münze adäquat bezahlt.

Und dann fing der Schummel an. Münzen wurden leichter, der geprägte Wert blieb gleich und man bekam für seine Ware weniger Wert in Gold, Silber oder anderen Metallen. Das System fußte auf Vertrauen. Das ganze ging irgendwann so weit, daß überhaupt kein Geld mehr benutzt wurde. Stattdessen gab es Papiernotizen auf denen geschrieben oder aufgedruckt stand „Dem Überbringer dieser Note wird von der Bank der Wert von 100 Goldmark in Gold ausgezahlt.“ Das war praktisch, weil Papier leichter war als Gold und man nicht so leicht Opfer von Räubern werden konnte. Irgendwann verschwand der aufgedruckte Spruch von den Banknoten und heute glauben noch immer viele, sie hielten Geld in der Hand, wenn Sie einen 100-Euro-Schein besitzen. In Wirklichkeit gibt es seit langer Zeit schon keine ausreichende Deckung für all die Geldscheine und gelegentlich fällt so ein System in sich zusammen und reißt den kleinen Mann mit sich. Das nennt sich dann Inflation.

Diese Münzen sind im Original winzig. Man kann den 1/2 Silber-Groschen links mit seinen 7 oder 8 Millimetern Durchmesser schon recht gut verlieren.

Für einen Wertvergleich ist eingeprägt „60 EINEN THALER“. 30 Groschen waren also ein Thaler. Was das genau für den Händler und den Kunden bedeutet, lest ihr hier. Dort wird auch die noch heute festgesetzte Begrenzung erklärt, mit wievielen Münzen euch ein Händler bezahlen darf bzw. wieviele er annehmen muß. Es sind in der Euro-Zone 50 Stück, egal ob Euro oder Cent. Ab der 51. Münze wäre euer Nachteil an Metallwert, verglichen mit dem geprägten Wert so hoch, daß die Annahme unredlich wäre.

 

 

 

 

Auf der Rückseite ist das Wappen und das Land eingeprägt: Fürstenth(um) Schwarzb(urg)-Sond(ershausen). Die Münzen wurden unter Graf Günther Friedrich Carl II. (1835-1880) geprägt. Den kennen wir schon aus diesem Artikel.

Die damalige Währung Thaler, Groschen, Pfennig wurde übrigens ab dem 1. Januar 1876 von Mark und Pfennig abgelöst. Näheres dazu kennt ihr bereits aus diesem Artikel.

Den Krümeln keine Chance – ein Tisch-Besen


Gibt es so etwas heute eigentlich noch? Meine Oma hatte gleich zwei Garnituren dieses schönen Utensils. Später kam noch eine Schwungradvariante aus DDR-Produktion hinzu. Aber so richtig schön sieht nur unser heutiger Artikel des Tages aus.

Es handelt sich um eine Schaufel und eine Bürste aus Silber mit echten Borsten.

Krümelbesen

 

 

Früher gehörte so etwas zur Ausstattung und hing in der Nähe des Eßtisches oder in der Küche. Nach dem Essen wurden die Krümel auf die Schaufel gefegt und in den Mülleimer oder jahreszeitabhängig ins Vogelhäuschen gekippt. Keine Ahnung, wieso man so etwas heute nicht mehr macht. Weniger gekrümelt wird heute bestimmt nicht und so hungrig, daß wir alle Krümel aufessen sind wir auch nicht.

Was macht ihr mit euren Krümeln?

Zum Alter dieses Krümelbürsten-Sets kann ich nichts sagen, würde aber anhand der Form auf irgendwo im Jugendstil tippen, 1910 vielleicht.

 

 

Drei Mark, drei Mark, Du musst wandern


Wozu in aller Welt brauchte man ab 1908 eine 3-Mark-Münze? Es gab doch schon Münzen zu 1 Mark, 2 Mark und 5 Mark.

1909                                                                     1914Geld Münze Drei Mark 1909 1914

Die Antwort ist ebenso überraschend wie einfach: Seit 1907 war der Taler ungültig, der Wert eines Talers entsprach aber in etwa 3 Mark. Und schon ergibt alles einen Sinn, oder?

Geld Münze Drei Mark 1909 1914Friedrich II, Großherzog von Baden      Gedenkmünze zur Silberhochzeit des Herzogs

Ob damals nach der Umstellung von Taler zu Mark die Preise (gefühlt) genauso gestiegen sind, wie bei der Umstellung von Mark zu Euro, kann ich nicht sagen. Wen die „gefühlte“ Preissteigerung seit der Euro-Einführung interessiert, der kann hier nachlesen.

Mehr Infos zum Taler gibt es auf Wikipedia. Dort wird auch erklärt, wie aus dem Taler der Dollar entstand.

Falls ich Lust dazu habe, gibt es noch andere deutsche Münz-Arten in späteren Artikeln.

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