Liebig Fleisch-Extract Blechdosen


Heute ein kurzer Artikel zu einigen meiner raumfüllendsten Exponate. Blechdosen von Liebig’s Fleischextrakt aus den 1950er/1960er Jahren.

Sie stammen alle aus Belgien und enthielten ursprünglich Brühwürfel.

Die großen Dosen enthielten 400 Stück

 

 

 

die kleinen Dosen kamen mit 100 Brühwürfeln

 

 

Alle Dosen sind leer. Einige der kleinen Dosen wohnen in den großen.

 

Leider habe ich es noch nicht geschafft, eine der deutschen Dosen aus den 1880er Jahren zu bekommen. Das ist eine andere Preisklasse. Auktionen dafür enden selten unter 4-stelligen Beträgen. Ein befreundeter Sammler besitzt zwei sehr schöne Exemplare, die man ab und zu in deutschen Kino- und Fernsehfilmen als Requisite wiedersieht.

      

 

 

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Deutsche, eßt nur deutschen Honig!


Zugegeben, am Anfang hatte ich diesen Honigeimer als Propaganda-Produkt der braunen Zeit anführen wollen. Bei genauerem recherchieren bin ich allerdings zu dem Ergebnis gekommen, daß es das Problem „ausländischer Billighonige“ schon seit geraumer Zeit gibt.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts kam der preiswerte Honig aus Ländern wie Ungarn, Russland oder auch aus Südeuropa. Das war seinerzeit lediglich ein Verlust für die deutsche Imker-Wirtschaft. Zu moderneren Zeiten, also in den vergangenen 20 Jahren, kamen mehr und mehr südamerikanische, osteuropäische und asiatische Honigproduzenten ins Spiel.Honigeimer

Man mag geneigt sein zu sagen: „Sollen doch auch Honige aus anderen Ländern auf den deutschen Markt kommen. Das steigert die Vielfalt!“ Bedauerlicherweise gehen die Produzenten in den zuletzt genannten Ländern häufig nicht in vertretbarer Weise mit den Bienen um. Dort werden die Tiere, anstatt sie mit Rauch zu beruhigen und von der Wabe abzuschütteln um dann einen Teil des Honigs zu entnehmen und den Rest für die Ernährung des Bienenvolkes zurückzulassen, die Bienen mittels Flammenwerfern abgebrannt und dann der gesamte Honig entnommen. Das ist nicht sehr umsichtig und in Zeiten des Bienensterbens auch unverantwortlich.Honigeimer

Daher habe ich beschlossen, mich dem Aufruf meines Honigeimers anzuschließen und euch zu ermutigen, beim nächsten Honigkauf auf die Rückseite des Glases zu schauen. Steht dort „Honig aus EG- und Nicht-EG-Ländern“, könnt ihr euch sicher sein, daß ihr eine zusammengerührte Pampe aus allen möglichen Honigsorten und Qualitäten bekommt, vielleicht sogar noch mit Zucker gestreckt. Der Anteil an chinesischem Honig kann dabei durchaus 95% betragen.

Kauft ihr stattdessen „Echten deutschen Bienenhonig“, könnt ihr sicher sein, daß drin ist, was draufsteht. Zusätzlich könnt ihr meist noch zwischen verschiedenen Sorten wählen. Konsumenten der Langnese Flotten Biene im Spender wären erstaunt, wie Honig tatsächlich schmecken kann. Und mal ganz ehrlich: Wenn ich für ein Pfund Honig anstatt 3 Euro dann 7 Euro zahle, sind das bei der langen Zeit, die man braucht um ein Glas Honig auf Frühstücksbrötchen aufzuteilen sicher nur geringe Mehrkosten.

Also, los Leute! Schaut mal, wie oft man in kleinen Läden Honig angeboten bekommt! Und dann probiert Waldhonig, Linde, Sommerhonig, Raps- und Kleehonig, Akazie, Kastanie, Thymian, Tanne, Löwenzahn oder Heide. Ihr werdet staunen. Einzige akzeptable Ausnahmen sind lokale, aber reine Honige wie z.B. aus der Toskana.

Leider besitzt das Deutsche Historische Museum keinen solchen Eimer, so daß mir eine Datierung nicht gelungen ist. Ich vermute, er stammt aus den 1920/1930er Jahren. Allerdings kann er sogar schon aus den Jahren der Trustfrei-Bewegung der 1910er Jahre stammen.

Wer hat die Milchschokolade erfunden? Nicht die Schweizer!


Eine sehr große Blechdose aus der Zeit irgendwann vor 1920 (laut Objektdatenbank des DHM) steht in unserem Wohnzimmer herum (und beherbergt, nebenbei bemerkt einen Anker Mechanik-Baukasten). Sie enthielt früher Schokolade der Firma Jordan und Timaeus aus Dresden. Mir ist die Firma ansonsten unbekannt; das kann daran liegen, daß sie bereits 1930 den Betrieb eingestellt hat.

Jordan u. Timaeus schien in Dresden eine recht angesagte Größe zu haben und weltweit einen hervorragenden Ruf zu genießen. Die Firma befand sich zwischen der Jordanstraße und der Timaeusstraße in Dresden-Antonstadt. Neben den auf dem Dosendeckel angepriesenen Schokoladen und Zuckerwaren wurden hier desweiteren Zichorienprodukte (Kaffee-Ersatz, siehe dazu auch diesen Artikel) und Nudeln produziert.

Jordan u. Timaeus Schokolade Dose

Nachdem den Herren im Jahr 1845 ihre Firma abgebrannt war, haben sie mit erweiterter Fläche und größerem Sortiment noch einmal angefangen. Neben Trinkschokolade und Kakaomasse in Tafeln (wahrscheinlich mit heutiger Blockschokolade vergleichbar) wurden nun auch feine Schokoladen in Tafelform hergestellt. Damit haben sie es immerhin zum k.u.k. Hoflieferanten und auch zum königlich-sächsischen Hoflieferanten geschafft.Jordan u. Timaeus Schokolade Dose

Und abschließend noch die Titelfrage zu beantworten, obwohl ihr es sicherlich schon geahnt habt, ein Absatz aus dem entsprechenden Wikipedia-ArtikelSeit Ende 2011 gilt es, nach einer Studie des Dresdner Wissenschaftler-Vereins WIMAD und der TU Dresden, als erwiesen, dass die erste Milchschokolade aus Dresden kommt. Bislang galten die Schweizer als Erfinder der Milchschokolade (im Jahre 1875), allerdings hat die „Dresdner Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus“ bereits 30 Jahre zuvor eine eigene Milchschokolade aus Eselsmilch beworben. 

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, klickt bitte hier.

Die fleissige Minna


Zu Zeiten meiner Oma wusste man noch, wer oder was sich hinter der fleissigen Minna verbarg.

Ursprünglich ging der Begriff auf einen gängigen Namen von Hausmägden, Dienstbotinnen etc. zurück. Im Internet habe ich gefunden, daß nach dem 2. Weltkrieg Mangel an Dienstmädchen in Österreich bestand und daher viele tschechische Mädchen kamen. Sie wurden im Volksmund „Minna“ genannt. Ob dieser Umstand belegt ist, weiß ich allerdings nicht.

Und was tat so eine fleißige Minna? Richtig, sie putzte.

Aus diesem Grund wurde ein Utensil, das heute noch immer in Verwendung ist, nach ihr benannt: ein Mop. Früher wurde er mit nur einem ‚p‘ geschrieben, heute gönnt man ihm ein zweites.

Weiß noch jemand, wie das moppen geht? Es ist eine Art Staubwischen auf dem Fußboden.

So sieht er aus, in einer hübschen Blechdose mit fröhlich putzender Minna. In der Mitte ist der Metallbügel, an den der bewegliche Stiel angeklippt wurde. Eine Datierung ist mir nicht gelungen. Das Deutsche Historische Museum hat nur andere Marken-Mopps, die allerdings sind durchweg zwischen 1900 und 1930 datiert, siehe hier.

Blechdose Die fleissige Minna - Mop

 

 

Etwas kleiner habe ich noch die Kinder-Variante. Hier konnte die Tochter fleißig mitmoppen während Vater und Sohn sich höchstwahrscheinlich mit Männerdingen beschäftigten. Dieser Mop stammt aus der DDR. Stiele habe ich keine aufgehoben. Die erschienen mir nicht so wichtig. Irgendwo lungert noch ein weiterer Puppen-Mop rum. Wenn er mir über den Weg moppt, sage ich Bescheid.

Blechdose Die fleissige Minna - Mop

 

Heute sieht ein moderner Mopp so aus: Link

Ach ja, mit Moopenheimer hat der Mop nichts zu tun. Ob der Moppi aus dem DDR-Kinderfernsehen wegen seines Aussehens so heißt, wäre denkbar.

Die fleißige Minna hatte wahrscheinlich auch ein Dienstbotenbuch, in dem ihr Arbeitgeber ihre Nachweise eintrug. Das sah dann so aus.

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