Ein Lesezeichen aus China – UPDATE: Die Quittung einer Wechselstube in Japan


Heute stelle ich euch etwas vor, von dem ich selbst nichts weiß.

 

Es lag als Lesezeichen in einem alten Buch. Und das ist auch schon alles, was ich darüber weiß. Mein Chinesisch ist begrenzt. Darum kann ich nicht lesen, was da steht. Wie noch weitere chinesische Dinge in meinem Besitz, könnte dieses Etwas aus der Zeit um 1900 stammen, zu der mein Ur-Onkel in Kiautschou stationiert war, um unsere deutschen Kolonien zu verteidigen.

Alle Artikel zu diesem Thema findet ihr übrigens hier.

Ein Update findet ihr im Kommentar. Es handelt sich also um eine Quittung, die vermutlich aus einer Wechselstube stammt. Danke Mitsuhiro Sato-san!

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Deutschlands Kolonien – noch ein Buch von 1912


Treue Leser kennen meinen Artikel vom 16. September 2014. Hier habe ich meine Traurigkeit über die schlechte Erhaltung des Buches zum Ausdruck gebracht und die Anschaffung eines besseren Exemplars überlegt.

Und nun habe ich tatsächlich eins gefunden, das mir zusagt. Es ist zwar die zweite Auflage – das 21.-40. Tausend – allerdings in ganz hervorragender Qualität und mit einer kleinen Zugabe.

Eine Widmung ist auch drin:

Walter Schönbeck erhält diese Prämie als Anerkenntnis seines Fleißes und guten Betragens. Berlin, der 28ten Septemb. 1912.

Schul-Inspektor der 25. Gemeinde-Schule Berlin.

Alle farbenphotografischen Abbildungen sind enthalten:

und zusätzlich (tataa) gibt es noch diese Mappe

in der alle achtzig Bilder nebst eines Vorworts enthalten sind.

Und darüber habe ich mich wirklich gefreut.

Deutschlands Kolonien – ein Buch von 1912


Ich habe in den unendlichen Weiten meiner Bücherschränke ein Buch gefunden, das euch vielleicht interessant erscheint. Mir gefällt es. Darum habe ich es vor einiger Zeit gekauft.

Es behandelt die deutschen Kolonien und spiegelt die Sicht aus dem Jahr 1912 wider. Über Kolonien (deutsche und andere) habe ich euch schon in vergangenen Artikeln erzählt.

Die aufmontierte Chromolithographie ist mir leider bei meinem letzten Umzug kaputt gegangen. Glücklicherweise gibt es das Bild innen noch einmal. Ich spiele mit dem Gedanken, das Buch nochmal in besserer Erhaltung zu kaufen, allerdings gibt es die Erstauflage nur in ähnlich angeschlagenen oder aber preislich unschönen Varianten zu kaufen. Update: Ich habe es gefunden – seht hier.

Das beeindruckende an diesem Buch sind die 80 Farbfotographien, die das Leben und die Landschaft um 1912 schön illustrieren.

Vielleicht hat es der eine oder andere schon bemerkt: ich mag die „gute, alte Zeit“ und freue mich jedesmal, wenn es eine Gelegenheit gibt zu sehen, daß auch damals das Leben nicht so schwarz-weiß war, wie wir es heute auf alten Fotos sehen. Dazu passend findet / fand in der Zeit vom 1. August bis 2. November 2014 im Berliner Martin-Gropius-Bau die Ausstellung
Die Welt um 1914. Farbfotografie vor dem Großen Krieg statt.

Ausstellungskatalog

Auf einer Landkarte wird die Lage unserer Kolonien gezeigt. Zugegeben, verglichen mit den Briten war unsere Beute eher kläglich.

Wer sich für das Leben in den Kolonien und den Umgang mit den Einheimischen interessiert, dem sei das gut lesbare Buch

Die Brückenbauer von Jan Guillou

empfohlen, in dem der menschenverachtende Umgang der Kolonialherren mit den Einwohnern der Kolonien sehr bewegend beschrieben wird. Wer nicht unter Homophobie leidet, sollte auch den zweiten Band nicht versäumen. Noch tiefere Einblicke gibt es übrigens im „Zeit-Blog„.

Aber zurück zum Buch des Tages. Da sind die beiden „eingeborenen“ Herren von den Karolinen-Inseln im Pazifik wieder.

Als vorbelasteter Kiautschou-Kolonial-Urenkel interessiert mich natürlich am meisten das dazu passende Kapitel.

Yamen / Yaman scheint heute so auszusehen.

Ob sich der Chinese von heute zu Feiertagen noch immer wie eh und je herausputzt?

Ach ja: daß sich seit dem Weggang der Deutschen aus Kiautschou nichts weiterentwickelt hat, könnt ihr an dem aktuellen Foto sehen, das ungefähr in die gleiche Richtung aufgenommen wurde, wie das Kapitel-Foto zum „deutschen Kiautschougebiet“ drei Bilder höher.

Kiautschou – 2. Auflage


(aufgrund von Datenverlust ist der Original-Artikel vom 1.April 2014 verschollen. hier kommt eine reproduzierte Version aus dem Google Cache)

 

Kiautschou, ein 552 km² größer Teil der Shadong-Halbinsel mit der Hauptstadt Tsingtau (heute Qingdao), war mal für kuze Zeit eine Deutsche Kolonie in China.

Das deutsche Kaiserreich hat sich mit diesem Pachtvertrag dort 1898 auf 99 Jahre festsetzen wollen:

(c) Bundesarchiv

Auch das hat ja nicht geklappt. Im November 1914 war schon wieder Schluß und das Gebiet ging an das Japanische Kaiserreich. Wikipedia weiß einiges über Kiautschou.

Mein Ur-Groß-Onkel (großmütterlicherseits) – also der Bruder meines Ur-Opas – hat es sich jedoch nicht nehmen lassen, 1910 in Tsingtau im Mar-Feld-Bat (Marine-Feld-Batallion) als Mar-Feld-Art (Artillerist?) zu dienen und seinem Bruder einen Brief zu senden.Kiautschou Brief 1910

Dieser Brief fuhr dann “Via Sibirien” zu meinem Ur-Großvater, wahrscheinlich um zur Geburt dessen ersten Kindes, seiner Nichte, meiner Oma zu gratulieren. Allerdings war sie bei Aufgabe des Briefes bereits 2 Monate und 2 Tage alt.

Kiautschou Brief 1910

Was genau im Brief stand, werden wir nie erfahren.

Die letzten drei verblieben Mitbringsel aus dieser Zeit sind:

  • dieser Fächer im Endstadium (ich glaube nicht, daß man da noch etwas reparieren kann),

Chinesischer Fächer (Kiautschou)

  • ein Tee-Tablett und
  • zwei interessante japanische Postkarten.

Der Rest ist den Gang alles Vergänglichen gegangen.

Da ich aber eine Menge Kiautschou-Briefmarken habe, scheint der gute Onkel dort entweder eine ganze Weile ausgeharrt zu haben oder er hat sehr viel geschrieben. Da muß ich doch nochmal auf das Datum des Poststempels schauen.

Der breiten Masse ist heute wahrscheinlich nur das Bier noch ein Begriff.

tsingtao_beer

Dazu hier mehr.

Die Postkarten haben inzwischen einen eigenen Artikel. Der Link dazu ist hier.

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