Liebig’s Fleisch-Extrakt Aktie


Heute ist es mal wieder an der Zeit, euch eine meiner Aktien vorzustellen. Daß ich ein Sammler von allem bin, was mit Liebig’s Fleisch-Extrakt zusammenhängt, wissen meine treuen Museumsbesucher ja bereits. Um alle bisher erschienen Artikel zum Thema zu lesen, klickt hier.

Heute soll es um eine ziemlich alte Aktie der Liebig’s Extract of Meat COmpany aus London gehen. LEMCO, wie sie in Großbritannien genannt wurde, war das, was man heute als Konzernmutter bezeichnen würde. Die Produkte von LEMCO oder Liebig habe ich in den vorherigen Artikeln schon ausführlich beschrieben. Daher direkt zur Aktie:

 

Was genau diese Aktie alles erlebt hat, kann man heute nicht mehr herausfinden. Auf jeden Fall war ein Brand dabei.

Herausgegeben am 17. September 1903 hat sie zwei Weltkriege erlebt, bei denen sie wahrscheinlich zur falschen Zeit am falschen Ort aufbewahrt wurde. Dabei hat sie eine Ecke eingebüßt und einen Brandfleck abbekommen. Auch die Kanten haben schon bessere Zeiten erlebt.

Allerdings habe ich eine Aktie mit schöner Ausgabenummer: 17999. Die Aktie selbst ist nicht sehr umfangreich. Gerade einmal ein Share im Wert von 5 Englischen Pfund. Das ist nicht viel, wurde aber während der Laufzeit mehr.

Ich hoffe, meine Museumsbesucher mit mehr Wissen um historische Wertpapiere können uns auch diesmal in den Kommentaren mit Detailinformationen versorgen. Wenn ich die Rückseite richtig deute, durchlebte meine Aktie in ihrem aktiven Dasein mehrere Splits, nämlich 1907, 1921 und 1925. Die Kapitalerhöhung kann von den blauen und grünen Stempeln auf der Rückseite abgelesen werden. Gab es bei Ausgabe 1903 100.000 Shares im Wert von £5, wuchs die Anzahl der Anteile auf, 120.000, dann 300.000 und schließlich 400.000.

 

Leider weiß ich nicht, was der letzte Stempel im Rechteck bedeutet. Ebenso ist mir der graue Stempel am oberen Rand unklar. Es könnte sein, daß es sich dabei um weitere zwei Kapitalerhöhungen in den Jahren 1942 und 1959 handelt. Da allerdings dort nur noch von £1 pro Share gesprochen wird, frage ich mich, ob es eine Kapitalverringerung im Aktiengeschäft gibt.

Ich bin auf meine Kommentare gespannt und bedanke mich schon jetzt für Informationen.

Damit endet der heutige Artikel auch schon. Bleibt mir gewogen und freut euch auf weitere spannende Details.

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Liebig’s Fleisch-Extract – die Anfänge der Sammelbild-Werbung


Ich habe euch schon vieles aus meiner Sammlung zu Liebig’s Fleisch-Extract vorgestellt. Heute nun gibt es etwas aus den Anfängen zu sehen.

Die kostenlose Verteilung von Sammelbildern nahm ihren Anfang im Jahr 1872. Vor 144 Jahren kam ein cleverer Werbemann auf die Idee, den Kunden einen Anreiz zu geben, beim nächsten Einkauf erneut zum eigenen Produkt zu greifen. Und damals wie heute wurde auf den Ur-Instinkt des Menschen, das Sammeln, gesetzt.

Die erste Sammelbild-Serie, die in Deutschland jemals erschien, war von Liebig. Sie zeigte Ansichten der Firma in Uruguay, dem Land, in dem die riesigen Rinderherden zur Deckung des europäischen Fleischbedarfs gezüchtet wurden. Die Liebig-Fabrik unterhielt eine der gewaltigsten Farmen in Uruguay, später kam noch Fläche in Südwestafrika, dem heutigen Namibia dazu.

Haupteingangs-Thor, Weideplatz und Tränke für die Rinderheerden, Dampfkesselhaus

Allein in Uruguay wurden auf der 1.100 Quadratmeilen großen Farm (was laut des Saarland-Umrechners 1,1 mal der Größe des Saarlands oder 399.000 Fußballfeldern entspricht) in den 35 Jahren zwischen 1865 und 1900 wurden laut eines Liebig-Kochbüchleins von 1900 ungefähr 5.700.000 Rinder geschlachtet.

Wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt, fehlt mir Bild Nummer 4 aus diesem 12-er Satz. Sollte jemand das Bild „Schlachthalle“ irgendwo herumzuliegen haben und nicht wissen wohin damit, meldet euch. Stattdessen habe ich ein anderes Bild in die Lücke gelegt. Das ist mir bisher nur zweimal unter die Augen gekommen: einmal bei einem meiner geschätzten Pariser Chromo-Händler und das zweite Mal bei ebay, wo es unglaublich schnell in meinen Besitz übergegangen ist.

Die weiteren Bilder der Serie:

Trockenplätze für die Fleischabfälle; Landungsbrücken zum Aus- und Einladen der Schiffe; Halle zum Salzen des Tasajo; Fleisch-Extract Fabrikation – Abdampfapparate

Wie ihr seht, ist die Erhaltung der Bilder unterschiedlich gut. Während das Bild in der unteren, linken Ecke einen Top-Zustand aufweist (alle Ecken sind dran, der Rand ist vollständig), musste das Bild unten rechts seine Seitenränder einbüßen, oben links fehlt sogar noch die obere Textzeile.

Einige der Bildchen habe ich fröhlicherweise doppelt, so daß ich irgendwann vielleicht mal jemanden treffe, der Bild 4 besitzt und ein anderes vermisst.

Die letzten vier Karten:

Dünger-Fabrik – Mahlen und Verpacken; Dünger-Fabrik – Oberes Stockwerk; Talgschmelze – Parterre; Talgschmelze – Oberes Stockwerk

Den Geruch auf dem Fabrikgelände, besonders auf den Trockenplätzen für die Fleischabfälle, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Den Wert dieser Karten kann man schwer bestimmen. Bedingt durch die geringe Menge der erhaltenen Karten schwankt er doch sehr.

Es gab übrigens noch einen Satz Sammelkarten, der ebenfalls im Jahr 1872 von Liebig herausgebracht wurde. Er erschien jedoch nur in Frankreich, ist heute nahezu unauffindbar und ich wurde extra vom British Museum eingeladen, mir ihre Einzel-Bildchen daraus anzuschauen und die Echtheit festzustellen. Sie besitzen 7 oder 8 Karten des 16-er Satzes. Einige Karten geistern in Deutschland rum. Ich glaube zu wissen, wer einen der letzten 2 bekannten kompletten Sätze besitzt und ich wusste, wer den anderen hatte. Leider ist die Dame vor einigen Jahren verstorben und ihre Sammlung ist aufgelöst worden.

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