Weimarer Chargierten-Convent


Wieder habe ich etwas amüsantes gefunden.

Mein Urgroßvater, der in mehreren Studentenvereinigungen Mitglied war, hat zwischen all seinen Sachen auch die heute vorgestellte Ansteck-Medaille aufbewahrt.

 

Zuerst dachte ich, es handelt sich um den Weimarer Carnevals-Club, allerdings ließ mich die Leier (Lyra) auf dem rechten Wappen stutzig werden. Ein wenig gegoogelt und gesucht und siehe da, der Weimarer Chargierten-Convent verbarg sich hinter der Abkürzung W.C.C. und dem angegebenen Datum.

Was Chargierte sind, hatte ich euch schon hier erklärt. Und siehe da, auf der Karte in diesem Artikel wird ganz oben von der Gottinga, einer Sängerschaft im Weimarer C.C. gesprochen.

Die Rückseite der Medaille sieht übrigens so aus:

Nun gilt es nur noch, Informationen zum IVten C.C.Fest 1913 herauszufinden.

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Gaudeamus igitur! – ein Kartengruß der Sängerfreunde


Mein Urgroßvater war Mitglied der Studentenverbindung Gottinga (Göttingen), die wiederum Mitglied des Weimarer C.C. – des Chargierten-Convent war. Unter Chargierten versteht man Amtsinhaber in Studentenverbindungen. Das waren übrigens die Verbindungen, in denen, wenn es sich um eine schlagende Verbindung handelte, der neu aufgenommene Student – der Fuchs – mit dem Degen, Säbel oder Glockenschläger eine Mensur bekam, die anschließend gepflegt und ein sauberes Verheilen vermieden wurde.

Mitglieder einer Studentenverbandes halten ein Leben lang zusammen. Ähnlich den Freimaurern oder Mitgliedern der Studentenverbindungen amerikanischer Universitäten und auch den studentischen Burschenschaften werden enge Freundschaften zwischen den Mitgliedern geknüpft, die teilweise auch zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen führen.

Und wenn einer der Brüder verhindert ist und an einer Reise nicht teilnehmen kann, bekommt er von seinen Corps-Freunden eine liebe Karte geschickt.

Deutsche Tat u. Deutsches Wort, kling im Deutschen Liede fort.

Lieber Leibbursch, liebe Frau Leibbursch! Teile Euch mit, daß ich schon 2 Oberlehrer & 1 Mittellehrer erschlagen habe. Heil & Sieg! August

Hinter der ersten Unterschrift – P. Schmuk (?) und dem angefügten Zirkel erkennt ihr übrigens ein xx/xx. Was das bedeutet, lest ihr hier. In der vorletzten Zeile hat neben dem Fechtwart (xx) noch der Sekretär Fr(iedrich?) Stuck unterschrieben und mit Zirkel und xxx gezeichnet.

 

Meyer, Schröder und Wiesenthal

 

Bedauerlicherweise ist die Briefmarke abgelöst, so daß ein Datum nicht mehr sichtbar ist. Die Geschichte der Gottinga ist allerdings hier nachzulesen und lässt die aktive Zeit als Sängerschaft auf die Gründung am 11. Juni 1887 als „Akademischer Gesangsverein“ bis zur 1924 stattgefundenen Umbenennung in „Turnerschaft Gottinga“ eingrenzen.

Mehr studentische Artikel findet ihr übrigens hier.

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