Etiketten aus dem Katalog


Was wäre eine Flasche ohne das Etikett? Großes Rätselraten über den Inhalt und die Frage: „trinke ich es oder lasse ich es lieber stehen?“ Ein Etikett kann dabei von entscheidender Wichtigkeit sein, wie meine Oma mal feststellen durfte, als sie an einem lauen Sommerabend einen Schluck aus einer Weinflasche nahm, nur um dann endlich zu wissen, wo sie den restlichen Teppichreiniger hingetan hatte.

Daß die Herren Goetz und Müller meine Oma kannten, ist zu bezweifeln. Daß sie aber Etiketten hergestellt haben, steht außer Frage. Und weil sie nicht die einzigen waren, die 1938 Flaschenetiketten hergestellt haben, mussten sie von Fabrik zu Fabrik tingeln und ihre Druckerzeugnisse anpreisen.

Heute stelle ich euch einen Katalog dieser Firma vor.

 

Im Offset-, Stein- und Buchdruck vom Fach und von Heinrich Schwiegelshohn aus Limbach in Sachsen vertreten ging es auf die Reise. Dazu hatte Heinrich Schwiegelshohn seinen Erlaubnis-Ausweis dabei, einen seiner Kollegen kennt ihr schon aus diesem Artikel.

 

Um Missverständnisse zu vermeiden:

 

Überraschenderweise hat sich an einigen Weinsorten bis heute nichts geändert.

 

Passende Halsschleifen

 

Ein Zusatz von Trinkwasser oder kohlensaurem Tafelwasser erhöht den Genuß. oder mit anderem Eindruck

 

Auch ausländische Weine und Spirituosen wollten etikettiert werden.

 

Diese Etiketten könnte man auch heute noch finden.

 

die harten Sachen

hier mit der Unterteilung für ganze, halbe und Miniaturflaschen. Auch damals wurde der kleine Schluck geschätzt.

 

Was mag Batavia-Arac gewesen sein?

 

Nordhäuser und Danziger Goldwasser

 

 

Kümmel

 

Bärenfang – habe ich sogar noch zu hause

 

Ist das nicht eine riesige Auswahl? Und ich habe euch nur einige der Seiten dieses doch recht dicken Kataloges gezeigt. Viele Etiketten gibt es in zahlreichen Variationen.

 

 

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Präcisions-Gärungs-Saccharometer


Heute stelle ich euch ein Hilfsmittel vor, das bereits 1885 von Max Einhorn erfunden wurde. Über einhundert Jahre früher – 1776 – entdeckte der Liverpooler Arzt Matthew Dobson eine Methode, im Blut und Urin von Diabetikern den Zuckerspiegel festzustellen. Ihm gelang weiterhin, Zucker aus den Flüssigkeiten zu gewinnen, diesen als diagnostische Methode zu vergären und nachzuweisen, daß Zucker aus dem Blut in den Urin gelangt. Schließlich wies er nach, daß auch gesunde Menschen Zucker im Blut haben.

Max Einhorn konstruierte ein sogenanntes Gärungs-Saccharometer um den Zuckergehalt des Urins zu bestimmen. Dieses Meßgerät wurde in der Folgezeit weiterentwickelt und verbessert, allerdings ist es das Original, das bis heute Verwendung findet.

Ich stelle euch eine verbesserte Version nach Dr. Th. Lohnstein vor.

 

„Jeder Apparat wird unter persönlicher Kontrolle des Erfinders und des Apothekers Noffke hergestellt.“

Das Innere der Schachtel sieht noch genauso aus, wie damals: Pergaminpapier-Wolle als Polster, eine Beschreibung und alle Einzelteile. Zusätzlich ist noch ein Albuminimeter enthalten. Es befindet sich in dem Holzröhrchen.

 

Der Aufbau ist nicht schwierig. Am Gärungsröhrchen sieht man, daß es wohl häufig benutzt wurde.

 

Die Vorbesitzer waren zwar Apotheker und Drogist, stellten allerdings auch Wein her. Daher vermute ich, daß das Gerät eher zum Testen des Zuckergehalts im Wein verwendet wurde. Oder eben für Urin. Hoffentlich nur für eins von beiden.

Hier die Beschreibung für das Albuminimeter. Ich habe es oben mal auf der rechten Seite für euch aufgestellt.

 

So sieht es im Detail aus:

 

Die R- und U-Markierungen

 

Der untere Teil der Skala

 

Ich datiere das Saccharometer auf die 1910-er/1920-er Jahre. In den 1930-ern gab es eine Ausführung mit Metallskala.

Andere Hilfsmittel zur Bestimmung der Güte von Wein und anderen Flüssigkeiten hatte ich euch im Artikel über die Aräometer schon einmal vorgestellt.

Von Kapaunen, Feldhühnern und Tauben


Manchmal findet man Dinge auf dem Dachboden, bei denen man sich fragt, was sich zwischen diesen unscheinbaren Pappdeckeln verbergen wird. 1837, No 9 ? Aber aufgeschlagen klärt sich alles sofort: Wir haben es hier mit einem Hof-Küchen-Wochen-Journal des Arnstädter Schlosses zu tun. Es stammt aus dem Jahr 1837 und hat die laufende Nummer 9. Es beinhaltet die Zeit vom 26. Februar bis 4. März 1837, also genau eine Woche. Da macht das mit der Nummer 9 auch Sinn. Das Journal hätte, bei ordentlicher Führung in ein Trimester eingeteilt werden müssen. Trimester sagt heute kaum noch jemand; Quartal ist dasselbe. Aber nun zum wirklichen Inhalt dieses Heftes. Was gab es zum Essen? 26. März: Die Handschrift des Küchenpersonals ist schon recht gewöhnungsbedürftig. Auf Hochfürstliche Tafel – Diner

  1. jus Suppe mit Croutons
  2. Caviar au Citron
  3. Rindfl. mit Sauce
  4. Rübchen und Blaukohl
  5. Feldhühner-Pastete und nochmal 5. Aal au Citron
  6. Capaunenbraten
  7. Baißeé-Torte (Baiser-Torte?)
  8. Compotte und Salad
  9. Am Mädchentisch: Eier-Suppe und Kalbsbraten, noch eine SUppe, Reisbrei und Kalbsnierenbraten sowie Compot

Souper

  • Kleine Sandkuchen
  • Gefrorenes
  • Hollippen – wahrscheinlich sind Hohl-Hippen gemeint
  1. März: zum Diner
  1. Graupen Suppe
  2. Kalbfl. mit Majoran, Sauce
  3. Kartoffelklöße mit Sauce und Butter
  4. Rindsbraten, Compot, Salad
  5. Am Mädchentisch: Eier-Strudel(?)-Suppe, Rindfleisch mit Kohlrüben

Souper

  • Bouillon mit Sago (?)
  • farcirte Taubenbraten

Die Highlights vom 28. März: Erbsen mit Entenbrust, Feldhühnerpastete, Kalbsbraten und für die Mädchen Gräupchen-Suppe, Rind mit Bohnen. In den rechten Spalten jeder Seite wurde der Verbrauch eingetragen: Pfund oder Stück  Und so geht es weiter, Tag für Tag, ein durchaus opulentes Mahl: 1. März: Graupen-Suppe, Rindfleisch und eine Mehlspeise von Mandeln und Citron, Kapaunen und für die Mädchen Grießsuppe und Bratwürste. Zum Souper wurde Eier-Suppe, farcirte Coteletts mit Sauce, Butter und Käse gereicht 2. März: Suppe pirre (purreé?) mit Wurzeln, Fricassee vom Kalb, Fasanenbraten 3. März: Suppe mi Nocken (?), Pökel-Rindfleisch mit Bohnen, Souffleé a la Neige, Capaunen, zum Souper Suppe a la Guillaume, Reisbrei und Kaltenbraten und schließlich am Samstag, 4. März gab es irgendeine Suppe mit Kalbfleisch, Kartoffel pirrée mit Coteletts, Aepfel in irgendwas und RIndsfiletsbraten. Die Mädchen bekamen Eiergraupen und Rindfleisch mit Sauce. Zum Souper EIngebrannte Suppe und Feldhühnerbraten Ein kleines Schmankerl liegt im hinteren Teil des Journals:

Nachweisung des Verbrauchs in dieser Woche

Weine und gebrannte Wasser etc. in Bouteillen oder Krügen Am 26. März waren 13 Personen bei Tisch Die Getränke wurden im unteren Teil in folgende Kategorien eingeteilt: „In die Küche“, „Auf das Zimmer“, „Füllwein“, „Auf die Jagd“, „Außerordentlich“ und (tataaa) „Zum Frühstück“. Die Rückseite gibt uns in einer Wochen-Tabelle einen Überblick über den Bestand, Zugang und Abgabe des Hochfürstlichen Schloß-Kellers in Arnstadt.

  1. Johannisberger Kabinets-Wein: 8 Bouteillen – nichts getrunken
  2. Steinwein: keiner
  3. Leistenwein: 4 – unverändert
  4. Rheinwein (Alter) 1785r: 6 – unverändert
  5. Hochheimer Domdechant: keiner
  6. Rüdesheimer 22r: 10 – unverändert
  7. Markebrunner: 3 – unverändert
  8. Laubenheimer: 5 – unverändert
  9. Deidesheimer: 1 Eimer, 7 Bout. (einen halben Eimer auf 40 Bouteillen gezogen)
  10. Madeira: 7 – unverändert
  11. Alicante: 7 – unverändert
  12. Mallaga: keiner
  13. Portwein, 1ste Sorte: 4 – unverändert
  14. Portwein, 2te Sorte: 4 – unverändert
  15. Montrachet: 6 – unverändert
  16. St. Perray: 20 – unverändert
  17. Hautpreignac: 2 – unverändert
  18. Chateau margeau: 22 – unverändert
  19. Bordeaux-Wein: 4 – unverändert
  20. Medoc: 1/2 Eimer und 8 Bout. – unverändert
  21. Tavel: 1 Eimer, einen halben Eimer auf 40 Bouteillen gezogen
  22. St. Julien: keiner
  23. Chateau la rose: 14 – unverändert
  24. Bourgogne volney: 4 – unverändert
  25. Aßmannshäuser: 30 – unverändert
  26. Burgunder: keiner
  27. Chateau Lafitte: 30 – unverändert
  28. Liebfraunmilch: 5 – unverändert
  29. Langeron: 1 Eimer und 1/4 Flasche – auf 5 Flaschen gezogen
  30. Calmuth: 4 – unverändert
  31. Moselwein: keiner
  32. Steinberger: auch keiner
  33. Rüdesheimer Bergwein Ausbruch: 8 – unverändert
  34. Champagner: 7 – 2 getrunken, jetzt nur noch 5 (Preis je Flasche: 1 Thaler, 16 Groschen, Summe: 3 Thaler, 8 Groschen)
  35. Haut Sauterne: 12 – unverändert

Das war unser kleiner Einblick in eine winterliche Woche Verpflegung der Fürstenfamilie zu Arnstadt – soweit ich das herausfinden konnte, reden wir vom Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen und am Kopf der Tafel saß Fürst Günther Friedrich Carl II. Mehr zu Günther Friedrich Carl II. findet ihr hier.

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