Studentenporzellan


Als vorläufigen Abschluss meiner Studentika-Reihe möchte ich euch heute noch die Sachen vorstellen, die auf dem Tablett wohnen, das es im gestrigen Artikel zu bestaunen gab.

Wie alle anderen Studentika stammen auch die heutigen Geschirrteile aus der Studentenzeit meines Uropas.

Die Kaffeekanne soll den Anfang machen. So wie auch das gestrige Tablett wird alles heute vorgestellte aus der Zeit kurz nach 1900 stammen. Zwischen 1890 und 1910 war der Jugendstil auf der Höhe seiner Blüte. Ob man diese Kanne allerdings in den Jugendstil einordnen kann, bezweifle ich. Dazu ist sie zu wenig beblumt und verornamentet. Zum Vergleich schaut hier. Einzig der abgebildete Zirkel ist sehr schön aus Ranken dargestellt.

Als nächstes gibt es die Kaffeetasse zur Kanne.

 

und in den Kaffee den Zucker aus der Zuckerdose

 

und die Sahne aus dem Sahnekännchen

 

Die dazugehörige Zuckerzange und Kaffeelöffel habe ich euch nicht fotografiert. Sie sehen aber den vor einigen Tagen vorgestellten sehr ähnlich und sind ebenfalls aus Silber.

Für alle Porzellanfans: auf der Unterseite ist leider keinerlei Marke zu finden.

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Studentenbund – ein Tablett


In meiner kleinen Reihe der Studentika – also Dingen, die im Zusammenhang mit Studentenbünden stehen – stelle ich euch heute ein Tablett aus dem Besitz meines Urgroßvaters vor.

Dieses achtseitige und mit seinen 30 x 22 Zentimetern doch recht große Porzellantablett wurde einem seiner Kameraden zur Hochzeit überreicht. Fragt mich nicht, wieso es letztlich wieder bei ihm gelandet ist. Ich vermute, der Freund meines Uropas ist irgendwann verstorben und er hat die Dinge aus der gemeinsamen Studentenzeit übernommen.

Ein weiteres Rätsel gibt mir das Tablett auf. Wie schon in den vorherigen Beiträgen beschrieben, hat der Studentenbund Gottinga aus Göttingen, die Farben blau-gold-rot, all meine Studentika haben hingegen grün-weiß-gold in der Fahne. Sobald ich das Rätsel gelöst habe, werde ich euch darüber informieren.

Die Inschrift auf dem Tablett gibt es hier noch einmal in groß:

August Schäfer (xx,xx,xxx,F.M.) s/l. Leibburschen – Brautpaar zur Hochzeit

1. Juni 1909

Über die verschlüsselte Angabe der ehemaligen Ämter im Studentenbund, die immer in Klammern hinter Namen und Zirkel angegeben werden, hatte ich euch hier schon aufgeklärt.  Das „s/l.“ könnte für „seine lieben“ stehen. Ein Bundesgenosse könnte es genau wissen und mir einen Kommentar hinterlassen.

Bei der Hochzeitsfeier wurde auch ein Foto mit den genannten Studenten gemacht. Schaut mal hier.

Für alle Porzellaninteressierten: Das Tablett stammt aus der Porzellanfabrik Marktredwitz Jäger & Co in Marktredwitz.

Vielen Dank für diese Information an meinen treuen Leser Porzellanvitrine mit seinem tollen Blog porzellanvitrine.wordpress.com.

Studenten-Mützen


Im vorigen Artikel ging es bereits um Studentika, also Dinge, die mit dem Studentenleben zusammenhängen. In meinem Fall war der Student, um den es hier geht, mein Urgroßvater. Mitglied der Studentenvereinigung „Gottinga“ in Göttingen und wohl auch noch in anderen Vereinigungen, trug er nicht nur die Farben einer Vereinigung, sondern offenbar sogar drei.

Den Anfang macht diese (ehemals) weiße Mütze.

 

Die Farben blau-weiß-türkis finden sich auch auf dem beiliegenden Band

 

Innen erfahren wir mehr über die Herkunft:

Studenten-Requisiten Fabrik Gottwerth Müller, Jena

 

Die nächste Mütze

 

orange-weiß-grün, mit dem dazugehörigen Band

 

Detail:

Gottinga sei’s Panier! (in etwa Die Gottinga sei mein Banner!)

mit Namenszug (Lange)

 

Und schließlich die grüne Mütze

von der sich leider der Schirm gelöst hat.

Innen hat wiederum Gustav Lange, mein Uropa, seinen Namen hinterlassen. Zusätzlich hat er auch ein Datum, wohl seines Abschieds, den 5.1. 1914 hineingeschrieben.

 

Die Daten auf der Oberseite sind mit Eichenlaub versehen. An diesen Tagen fand ein Landesvater statt. Dabei werden die Mützen aller Teilnehmer in einem Ritual auf einem Degen übereinander gespießt, so daß Einstiche entstehen, die dann mit einem Eichenlaub und dem Datum des Commers bestickt werden. Hier fanden sie die Landesvatercommerse am 2.08.1905, 2.3.1906 und 1.8.1906 statt. Wer mehr über den Brauch erfahren möchte, klickt hier.

Und hier seht ihr noch ein Loch, das nicht mit Eichenlaub umstickt wurde:

 

Eine Ungereimtheit bleibt noch: Die Studentenverbindung Gottinga aus Göttingen hat eigentlich die Vereinsfarben blau-gold-rot. Meine Mützen haben andere Farben, verweisen aber auf die Gottinga. Wie hängt grün-weiß-gold und (siehe orange Mütze und Knopf) damit zusammen? Auch der Zirkel ist nicht derselbe, wie bei der Gottinga benutzt.

Auf der Unterseite des Schirms findet sich übrigens noch dieser Text:

 

Möge mich ein Wissender aufklären!

Der rechte Zirkel könnte von der Agilolfia Regensburg stammen. (hier)

Den linken kann ich nicht entziffern. Auch wundert mich, daß das Ausrufezeichen auf dem Kopf steht (oder ist es gar ein i?)

Zirkelkasten


Ein richtig guter Zirkelkasten ist der Stolz jedes technischen Zeichners. Im Fundus meiner Tante (die eine ebensolche technische Zeichnerin war) habe ich dieses Schmuckstück gefunden:

Er hat in etwa die Größe eines A4-BlattesZirkelkasten

 

und beinhaltet zahlreiche Zirkel für alle Anwendungsarten.Zirkelkasten

  • zum Zeichnen von Kreisen mit Bleistiftminen (unten rechts und unten links), der wohl gängigste Zirkel
  • Zirkel mit zwei Spitzen (recht, zweiter von unten), zum messen und übertragen
  • Ringfeder-Zirkel für höchste Präzision (links oben die drei)
  • Tusche-Zirkel (rechts oben)
  • die beiden unteren Zirkel hatten anwinkelbare Zeichenarme, die mit den Verlängerungen (rechts, Mitte) auch für extrem große Kreise geeignet waren.
  • diese Zirkel konnten desweiteren unterschiedliche Endstücke anmontiert bekommen, die hier an verschiedenen Positionen lagern. (die Feder rechts unten, Nadeln links über dem unteren Zirkel.

 

 

Natürlich liegt der Garantie-Schein noch bei. Der Markenname Alda entpuppt sich als Abkürzung des Herstellungsortes Altendambach in Thüringen.Zirkelkasten Garantie

 

Die 5-jährige Garantie dürfte allerdings bereits am 27. Oktober 1966 abgelaufen sein.

Zirkelkasten Garantie

 

 

Es existieren noch kleinere Verwandte dieses Zirkelkastens, aber der hier erschien mir am interessantesten. Denn, wer arbeitet heute schon noch mit dem Zirkel? Ich habe als Kind viel mit diesen Zirkeln gezeichnet. Sicher kennt ihr noch die Blumen und Muster, die man mit so einem Zirkel zaubern konnte. Das hat mir Spaß gemacht und sah am Ende, bunt ausgemalt, ganz hübsch aus. Heute werden solche Werke unter dem waldorfschulfreundlichen Namen „Mandalas“ bereits vorgedruckt angeboten und müssen nur noch ausgemalt werden. Schöne neue Welt! (dazu eine Anmerkung, die ich neulich gelesen habe:  früher: „Wer nämlich mit H schreibt, ist dämlich.“; heute: „Wer nämlich mit H schreibt, hält zumindest schon mal den Stift richtig herum.“)

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